RA Spengler zum Notfallsanitätergesetz

 Die Fälle der gekündigten BRK Retter beschäftigten ARD Report Mainz. Das ganze Interview mit Rechtsanwalt Bernd Spengler zum Notfallsanitätergesetz hier in der ARD-Mediathek zum Nachsehen (öffnet in neuem Fenster/Tab).

Ein Motorradunfall. Das Opfer muss 35 Minuten auf ein Schmerzmittel warten, obwohl ein Rettungsassistent vor Ort ist. Erst der Notarzt darf die Medikamente geben. In einem anderen Fall wurden Rettungsassistenten gefeuert, weil sie Epileptiker, die einen lang anhaltenden Anfall hatten, versorgt haben. Der Notarzt hatte sich deshalb beschwert.

Solche Extremfälle soll das neue Notfallsanitätergesetz verhindern. Es ist seit Anfang des Jahres in Kraft. Es macht aus Rettungsassistenten Notfallsanitäter. Diese sollen besser ausgebildet werden, dafür auch mehr Kompetenzen bekommen. Bislang ist es bundesweit regional unterschiedlich geregelt, ob Rettungsassistenten zum Beispiel Schmerzmittel eigenverantwortlich geben können, wenn der Notarzt noch nicht vor Ort ist. Lobbyisten der Notärzteverbände kämpfen gegen eine, aus ihrer Sicht, zu weitreichende Freigabe von Kompetenzen für Notfallsanitäter. Diesen Lobbyeinfluss kritisieren von REPORT MAINZ befragte Experten, unter anderem auch das bayerische Rote Kreuz. Das Ziel einheitlicher Vorgaben für alle Notfallsanitäter sei gefährdet und Patienten könnten unter Umständen sogar zu Schaden kommen.

Der Würzburger Jurist Bernd Spengler, selbst jahrelang im Rettungsdienst und Autor des Buches Rettungsdienstrecht in der Praxis, mahnt schon seit Jahren in den Medien eine Novelle an.

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